Wadi Rum – Jordanien

 

Wadi Rum ist eine Wüstenlandschaft in Jordanien und zählt zum Unesco Weltkulturerbe. Zurecht, denn die Kombination aus roten Wüstensand und hohen Bergformationen ist absolut außergewöhnlich. Vom ersten Anblick fühlen wir uns in eine andere Welt versetzt und glauben zeitweise auf dem Mond gelandet zu sein. Unser Raumschiff – ein ziemlich klappriger Geländewagen rattert durch die atemberaubende Landschaft wie aus einer Filmkulisse und schaukelt uns in das Abenteuer. Gelegentliche Stopovers reißen uns aus dem Traum und laden uns ein diese Schönheit der Natur zu erkunden und zu bestaunen. Diese Weiten und Dimensionen lassen sich nicht in Bildern festhalten, auch wenn wir als Fotografinnen diesem Versuch natürlich nicht widerstehen können. Wie von Künstlerhand geformt, ragen vor uns die verschnörkelten Felsskulpturen aus dem Sandboden – ein Meisterwerk der Zeit!

Nach 3 Stunden erreichen wir unser Camp. Es ist für uns die erste Übernachtung in einer Wüste. Wir sind etwas aufgeregt und Vorfreude aber auch Ängste kommen beim Betreten dieser menschenleeren Gegend auf. Die akkurat aufgestellten Zelte mit Solarzellen und Satelitenempfang erinnern uns etwas an eine Raumstation. Und vor unserer Zelttür liegt ein unbekanntes Paradies vor außerirdischen Schönheit. Es fällt uns schwer zu glauben wirklich an diesem Ort zu sein.

Das Abendessen wird eingeläutet, doch anstatt Außerirdischen beamen sich Globetrotter aus allen Herrenländern an die Tafelrunde. Unter der Beobachtung der hungrigen Meute werden drei Gänge aus dem heißen Sand gebuddelt – feuerfrei zum Angriff! Angestoßen wird standesgemäß mit Beduinentee. Einige Gäste schaffen es aber auch etwas weniger landestypische Zusätze in den Tee zu schmuggeln. Wir machen schon nach der 3 Teerunde schlapp und ahnen nicht, dass dieser Abend uns noch viele Kräfte abverlangen wird. Als nächstes steht ein Verdauungstanz auf dem Programm. Die Choreografie ist schnell gelernt: Stampfen, klatschen und Hajahaja Huhuuu schreien. Doch die eigentliche Schwierigkeit liegt im Durchhalten. Besonders lange hält der introvertierte Japaner durch und verweigert das kollektive Ausrasten. Aber auch der Tanzlehrer erweist sich als sehr hartnäckig und denkt nicht daran den Außenseiter aufzugeben. Dem Rest der Tanzgruppe wird jedoch während dessen das meiste Durchhaltevermögen abverlangt. Dieser Abend schweißt zusammen! Im wahrsten Sinne des Wortes.

Endlich bricht die Nacht ein. Und leider teilt sich hier die zusammengeschweißte Truppe in zwei Nachtlager. In das Hajahaja-Lager und das Huhuu-Lager. Erschöpft vom Tanzmarathon begeben sich die einen in die Haja. Ganz anders die Nachteulenfraktion. Immer noch im Huhuuutrance machen sie die Nacht zum Tag. Im Brasilienzelt wird unkostümiert Karneval gefeiert, die Franzosen streiken laut ohne Grund und bei den Indern spielen sich bolywoodreife Dramen ab. Doch all das nichts gegen den Klingelmarathon eines doofen „smartphones“ um 2 Uhr nachts. Das ist zu viel für die deutsche Vorstellung der Nachtruhe, wir sind kurz davor uns zu beschweren. Die Asiaten knipsen nur müde mit den Augen, bis irgendwann mal der Akku leer wird. Nur unser australische Noworries-Mate lässt sich von nichts aus der Nachtruhe bringen. Verrückte Welt!

Ganz anders der Morgen. Friedlich und still schleicht er sich über das Land und erwärmt die Welt mit goldenem Licht. Der Sonnenaufgang verschlägt selbst den lautesten die Sprache. Die Nacht und der Tag sind versöhnt. Alles leuchtet und versinkt in eine meditative Stimmung. Wunderschöne Welt!

 

 

 

2 Kommentare

  1. Wunderschön inspirierend.
    Liebe Grüße Apanachii

    1. Danke liebe Apa 🙂
      schöne Grüße zurück

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