Israel auf eigene Faust

Israel auf eigen Faust? Ist es nicht gefährlich?

Diese Frage stellten wir uns auch, als uns ein unschlagbares Flugschnäppchen nach Israel vom Hocker reißt. Nach dem wir die aktuelle Lage checken und uns mit allen dazu nötigen Infos versorgen, können wir für uns die Frage mit NEIN beantworten. Und ehe wir uns versehen, sitzen wir auch schon im Flieger, der uns auf Irgendwo im Nirgendwo der Negev Wüste zusteuert. Von dort aus geht es dann mit dem Shuttlebus nach Eilat.

Eilat – Red Canyon

Eilat ist ein typisches Touristenstädtchen am roten Meer im Süden Israels. Es hat zwar nicht viel orientalischen Charme, dafür aber einen blauen Himmel und über 25 Grad und das Ende November. Unser Mietauto ermöglicht uns angenehme Unabhängigkeit von diesem Ausgangspunkt interessante Sehenswürdigkeiten zu erreichen. Eine davon ist z.B. die legendäre Felsenstadt Petra in benachbartem Jordanien, welche von hier aus gut zu erreichen ist. (Über den Ausflug nach Jordanien berichten wir in einer anderen Reportage.)

Red Canyon ist das erste Ziel, das auf dem Plan steht. Es ist nur eine Viertelstunde von Eilat entfernt und ist etwas versteckt im Landesinneren. Mit „Ach“ und „Krach“ manövrieren wir uns durch die Schlaglöcher und erreichen bei bester Laune den etwas versteckten Parkplatz. Noch sieht die Landschaft ziemlich öde und karg aus doch schon nach einer kleinen Wanderung liegt er vor uns – der RED CANYON! Wir werden von den Felsen förmlich verschluckt und uns öffnet sich eine faszinierende Welt voller Wölbungen und Felsformationen. Wir tauchen ein in die von Wind und Wetter modellierte Landschaft und sind begeistert vom ersten Eindruck.

 

Eilat – Dolphin Reef

Den Nachmittag lassen wir dann ganz ruhig am Meer am Dolphin Reef ausklingen. Die Anlage bietet viele lauschige Plätzchen zum faulenzen und dabei die Sonne auf dem Bauch scheinen lassen. Zur Abkühlung lockt das Meer mit bunten Fischen, die sich nicht scheuen einem ganz nah zu kommen. Die Stars sind hier aber ganz klar die Delfine, die man beim füttern oder ganz nah vom Steg aus beobachten kann. Der Dolphin Reef war eins ein einzigartiges Projekt, das den Delfinen freien Zugang zum Meer ermöglichte.

Und wer kann sich schon diesem Delfinlächeln entziehen?

Negev  – Mitzpe Ramon

Die Wüste Negev bedeckt 60 % des Landes und umfasst 120000 qkm. Die Fahrt durch die öde Landschaft wirkt auf uns selbst bei 100 km/h entschleunigend. Im Herzen der Wüste befindet sich Mitzpe Ramon, ein kleines Städtchen, das den Namen vom anliegenden Krater trägt. Hier lassen wir uns in einem alternativen Viertel nieder, wo die Anlieger mit etwas Farbe und Humor gegen die sandbeige Öde rebellieren. Wir rebellieren höchstens gegen die überteuerten Zimmer in den angesagten Sandburgen und unsere Reisekasse freut sich über die gefundene Alternative. Wir beziehen am Freitag kurz vor Sonnenuntergang unsere Hippiesuite und ab jetzt heißt es für uns: Shabbat. Und auch wenn es in der Hippiecommunity nicht gerade orthodox zugeht, halten wir uns an das Gebot: trinken Wein, essen Brot und tuen keinen unnötigen Schritt mehr. In diesem Sinne: Peace…bzw… Schalom!

Totes Meer – Bokek

Ein Mal im Toten Meer zu schwimmen gehört in Israel zum Pflichtprogramm. Dieses Spa-Erlebnis lassen wir uns nicht entgehen und wollen rausbekommen, ob es hält was es verspricht. Und Ja es hält! – egal wie groß, schwer oder blöd man sich anstellt, es hält jeden auf der Oberfläche. Und da wir uns hier am tiefsten Punkt der Erde befinden, sollte man es vermeiden noch mehr in die Tiefe zu tauchen. Denn das Wasser ist nicht nur salzig, es ist auch totbitter. Selbst ein Schluck davon, kann lebensgefährlich sein. Wir hatten uns  das Meer zwar etwas größer vorgestellt, aber es wäre jetzt Meckern auf hohem Niveau. Und ja, hier sollte man sowieso den Mund halten, sonst verschluckt man sich noch womöglich.

Nächsten Morgen locken uns die ersten Sonnenstrahlen ganz früh aus dem Bett. Wir genießen die herrliche Atmosphäre am Strand, den wir um diese Zeit ganz für uns allein haben. Die Morgenstille färbt alles in sanfte Pastelltöne. Hier steht man auf der Sonnenseite des Lebens – eine kleine Idylle am Toten Meer.

Aber es gibt auch eine andere Seite- die Schattenseite, die sich nur schwer mit diesen harmonischen Bildern vereinbaren lässt. Aber dazu später.

En Gedi – Kibuzz & David Waterfall

En Gedi gilt als eine kleine Oase in der Wüste und wird bereits in der Bibel als Aufenthaltsort von König David erwähnt. Auch wir nutzen die David-Quellen für eine kleine Erfischung, die bei der Hitze ganz angenehm ist. Am Rande des Nationalparks entstand hier gleich nach Staatsgründung einer der ersten Kibbuze im Lande. Kibbuze sind Gemeinschaftssiedlungen mit kollektiver Wirtschafts- und Lebensweise, die hierzulande sehr verbreitet sind. Noch heute leben hier über 1000 Bewohner. Besucher können den kibbuzeigenen botanischen Garten besuchen oder (für viel Geld) im Hotel und Spa die Zeit verbringen. Viel Zeit bleibt uns dafür nicht, da wir uns schon zu unserem nächsten Ziel aufmachen. Die weitere Reise führt uns nach Jerusalem. Die vielen Eindrücke von der Stadt haben  wir in einer separaten Reportage zusammengefasst, die ihr euch (demnächst) ansehen könnt.

Im Sodom und Gomoratal

Sodom und Gomora sind zwei untergegangene Städte, die in der biblischen Geschichte für ihre Gräueltaten bekannt wurden. Als wir in der Nähe dieses Tales vorbeifahren, treffen wir auf einige Gräueltaten der Gegenwart, die nicht weniger entsetzen. Die industrielle Ausbeutung des Toten Meeres stinkt im wahrsten Sinne zum Himmel. Maßlos und rücksichtslos werden die Meeresschätze von beiden Ufern um die Wette ausgepumpt. Die Folgen dieser Umweltkatastrophe sind überall entlang des Meeres sichtbar. Weitläufige Strandgebiete zählen bereits zu den „Danger-Holes-Areas“ Hierbei handelt es sich um Sinklöcher, die in der Vergangenheit schon Straßen, Autos und Häuser in sich begruben. Eine Eindämmung dieses Problems ist nicht in Sicht, solange der Meeresspiegel weiter in dieser Geschwindigkeit sinkt.

Es sind Bilder die einen nachdenklich stimmen und viele Fragen aufwerfen.

Lehitra’ot Israel!

Heute heißt es für uns Abschied nehmen. Wir fahren entlang der Küstenstraße und lassen unsere  Eindrücken Revue passieren. Das Meer zeigt sich uns von seinen unterschiedlichsten Farben und Facetten. Der dramatische Himmel lockt mit beeindruckenden Lichtstimmungen. Wir halten an und lassen das Naturschauspiel auf uns wirken. Noch ein mal Innehalten…. einen kleinen  Augenblick voller Anmut und Faszination!

 

 

9 Kommentare

  1. unglaublich schöne Landschaften *heartinmyeyes*

    1. Danke, liebe Lilli 🙂

  2. Unglaublich schöne Fotos und Eindrücke ! ! ! Vielen Dank.
    Wenn ich nicht selbst schon öfters Eilat, Negev und am Toten Meer gewesen wäre,
    ich könnte es fast nicht glauben, das diese kleine Land soooooo viel Schönes zu bieten hat.
    Meine nächste Reise ist schon gebucht, Israel ich komme wieder.

    Ich freue mich schon auf die nächste Serie deiner schönes Bilder ! SCHALOM

    1. Liebe Dorit, wir freuen uns über deinen Besuch und teilen gerne mit dir unsere Begeisterung für Israel! 🙂
      Und wer weiß, vielleicht läuft man sich ja eines Tages über einen der Wüstenwege 😉

  3. Viel Bild – wenig Buchstabe, genau das richtige für mich als BILD-Leser 🙂

    1. Danke, Hans, ja auch als BILD-Leser kann man sich ja eine Meinung bilden 😉 Dazu bist du jederzeit willkommen! 🙂

  4. Eva-Maria Falkenhagen sagt: Antworten

    Wirklich unglaublich schöne Bilder, da sieht man die Fotografin. Ich wünsche euch noch viele Eindrücke in Israel.
    Eva-Maria

    1. Vielen Dank, liebe Eva-Maria für dein Kompliment. Wir zwei Fotografinnen, freuen uns über das positive Feedback 🙂

  5. Schöner Bericht, tolle Fotos

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